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schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 19. März 2026, 19:21
von 39grad
Habe schon davon gelesen, dass das öfters vorkommt.
Wenn ich meine xl s im kalten Zustand mit Choke antrete, geht sie sofort an. Allerdings ist der Standgas zu niedrig und ich muss Glück haben,dass sie an bleibt. Drehe ich den Standgas an der schwarzen schraube hoch , dann ist es besser, aber dann ist er im warmen Zustand zu hoch.

Wenn die im halb warmen Zustand aus ist, dann kann ich mich kaputtreten, es passiert nichts. Nach einer halben Stunde geht sie wieder an. Da muss ich sofort los fahren und darf nicht anhalten.
Kerze neu, zündkabel neu abgeschnitten und neu eingedreht.
Ich hab die seit dem letzten Herbst. Da ging es noch besser. Im Winter stand die viel. Seitdem habe ich die probleme. Hat jemand Tipps was es sein könnte und was ich ausprobieren könnte?

Ist das mit dem Standgas normal, dass er im kalten Zustand so niedrig ist? Kann es am Choke liegen?


Danke schon Mal.....

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 19. März 2026, 23:15
von Kristian
Der Choke hat rausgezogen ne leichte Einrastung. Wenn du losfahren bleibt er zunächst gezogen, geht dann langsam auf dem ersten Kilometer wieder rein.

Der Widerstand zum langsamen zurückgehen lässt sich oben am Chokehebel einstellen.

Wenn sie lauwarm nicht anspringt, auch nicht ohne Gas und 1/3 Choke gezogen?

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 09:01
von 39grad
Danke für deine Antwort.
Dass der Choke langsam wieder zurück geht, habe ich nicht festgestellt.
Nach dem sie ausgegangen ist, hilft gar nichts. Weder mit oder ohne Choke, auch nicht in Stufen. Gas geben hilft auch nicht.

Wenn sie läuft und warm ist, kein Problem. Kerzenbild in Ordnung. Volle Leistung, kein ausgehen. Nur eben in diesem Zwischenzustand. Mit dem Vergaser habe ich mich noch nicht beschäftigt. Wäre wahrscheinlich dran. Reinigen etc. Vor allem ist es nach dem Winter schlimmer geworden. Das hat sich vielleicht im Vergaser was abgesetzt.

Nach dem ersten, zweiten tritt springt sie einwandfrei an. Aber dann eben nicht mehr. Da muss ich sie mit dem Gasgriff auf Drehzahl halten. Geht sie aus, ist vorbei.

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 11:03
von Gunnar_HH
Hallo Waldemar,
dass Problem, das du beschreibst ist bekannt, nicht schön aber leider normal.
"Wenn im warmen Zustand der Leerlauf richtig eingestellt wird (ca. 1200) ist es im kalten Zustand zu wenig. Immer etwas Gedrehe an der zentralen schwarzen Heberschraube."
Die XT/SR500 Kollegen haben es da einfacher, dort gibt es am Vergaser eine kleine weiße Taste, die bei warmen Motor eingedrückt wird (Anhebung des Schiebers um 1mm). Bei der XL gibt es diese Taste nicht.
Also dann lieber der Vergaser im warmen Zustand etwas zu hoch (1400) laufen lassen. Oder immer, je nach Wärme-Zustand, vor dem Kicken etwas rein oder raus drehen.
Es gab auch mal defekte Zündzeitpunkts-Impulsnehmer, die im warmen Zustand keine Werte mehr lieferten, das scheint bei dir aber nicht vorzuliegen.
Den Vergaser würde ich erst einmal nicht auseinander pflücken, da kann zu viel verstellt werden. Aber den Chokeklappen-Mechanismus solltest du mal von Außen kontrollieren:
Ist bei gezogenem Choke, der schwarze Hebel am Vergaser wirklich ganz nach rechts geogen.
Ist bei eingedrücktem Choke, der schwarze Hebel am Vergaser ganz nach links und hat der Chokezug etwas Spiel.

Viele Grüße
Gunnar

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 14:50
von 39grad
Der Choke ist einwandfrei. Funktioniert über den gesamten Bereich.

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 15:08
von 39grad
Noch etwas genauer.
Choke raus, antreten läuft.
Die Drehzahl ist erstmal ausreichend hoch, geht aber langsam runter, so dass wenn ich kein Gas gebe, soweit absinkt, dass der Motor ausgeht.



Ich kann natürlich die Leerlaufdrehzahl etwas höher drehen und später wieder runter. Das ist etwas umständlich.
Ist das wirklich nur so möglich? Das muss doch eine Ursache haben? Leerlaufdüse?

Oder hat sich jemand vielleicht überlegt eine Vorrichtung zu bauen, die den Gasgriff nicht ganz zurück gehen lässt?

Wie auch immer. Ich kann es mir nicht vorstellen, das sich dieses
Verhalten nicht ändern lässt. Vorher ging's ja auch...

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 16:09
von Gunnar_HH
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du dich mit 48 Jahre alter Motor- und Vergasertechnik auskennst.
Selbst bei einem schnöden modernen China-Roller mit aktueller Einspritzung ist tatsächlich einiges problemloser.

Du hast dich im Forum nicht vorgestellt. Welche Erfahrung hast du? Wo wohnst du? Vielleicht kann ja jemand aus der Umgebung helfen.

Ein "vorher gings ja auch" hilft hier keinem weiter, Wir kennen nicht den Zustand vorher, was sollte das sein.

Gruß Gunnar

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 16:33
von 39grad
Vorher, vor dem Winter. Das habe ich geschrieben.

Zur Vorstellung:
Ich habe in meiner Jugend mit Zweitakt Mopeds angefangen. Zerlegen, zusammenbauen, frisieren, eben das was man in der Zeit so machte. Mit dem einser führerschen Anfang der achtziger kam eine Yamaha ds 7, dann eine Honda 400 four, eine Kawasaki z440 und z55o. Die habe ich noch.
Ich habe sie alle zerlegt, Motoren überholt und wieder zusammengebaut. Mit meinem Sohn habe ich an seiner Simson geschraubt. Die XL habe ich seit dem Herbst. Es sollte ein simples robustes Motorrad sein, in dessen Technik ich mich noch einarbeiten, und wie ich gelesen habe, so einige Eigenheiten hat.
Hier habe ich gehofft von euren Erfahrungen zu lernen.

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 21:16
von Jörg
Hallo,
Fahre jetzt mit der XL nicht mehr so viel auf der Straße.
12 Jahre bin ich mit der Mopete ohne Unterbrechung das ganze Jahr über zur Arbeit gefahren.
Wie Gunnar schon schrieb, es gibt da einen Bereich, da hat der Vergaser eben keine Regulierung.
Im Winter hat mir der Choke mit der Standgaserhöhung zum Starten gereicht und wenn ich auf den ersten Metern mal stoppen musste habe ich die Drehzahl mit dem Gasgriff geregelt.
In der Übergangszeit und im Sommer die Schraube etwas reigedreht vor dem Starten und während der Fahrt nach einiger Zeit wieder zurückgedreht. Geht auch mit Handschuhen die etwas kräftiger sind.

Glaube mir egal was du da machst, es wird nicht besser, und wenn die Karre ansonsten gut läuft, fasse den Vergaser nicht an, es kann gerade in Kombi mit einem Keystar Repsatz auch nach hinten losgehen.

Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich bekomme die XL in jedem Betriebszustand angetreten, das geht dann aber nur auf dem Seitenständer und mit dem entsprechenden Schwung.


„Hier habe ich gehofft von euren Erfahrungen zu lernen.“

Ich hoffe du hoffst noch und die Formulierung war nur etwas ungünstig gewählt

Gruß Jörg

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 21:20
von Jörg
Puh,
oder die Schraube die die Welle mit dem Hebelarm verbindet ist locker.
Da muss nur der schwarze Deckel oben ab, dann sieht man Die schon

Gruß Jörg

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 21:44
von Gunnar_HH
@Jörg: Stimmt, das könnte die einfachste Lösung des Problems sein.
Ist zwar nicht urplötzlich da, aber es deutet auf so ein Verhalten hin.
Gruß Gunnar
Heberarm_schraube_klein-markierung.jpg

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 20. März 2026, 23:40
von Jörg
@Kristian,
Ich meine der Choke hat 2 Rasterstellungen die durch eine federdruckgelagerte Kugel in seiner Stellung gehalten wird.
Ist in den meisten Fällen verrottet und die Kugel ist festgegammelt, sodass die Funktion, die Kugel hält den einseitig abgeflachter Stahlsift mit den kleinen Bohrungen im abgeflachten Bereich in seiner Position nicht mehr dafür sorgt, dass der Choke oben bleibt.
Baut man das auseinander und es ist nicht vergammelt, findet man in der Regel die wegfliegende Kugeln nicht mehr oder auch noch die Feder nicht mehr🤓.

Weiter sorgt ein ausgeschlagenes Hebelsystem im Vergaser zwischen Welle und Schieber, die beiden Bolzen sind ausgeschlagen oder sogar locker,dafür, das die Leerlaufanschlagschraube ein gewisses Spiel an der Schieberhöhe nicht verhindern kann.
Usw…..
Gruß Jörg

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 21. März 2026, 05:56
von Jogi.R
Jörg hat geschrieben: 20. März 2026, 21:16 angetreten, das geht dann aber nur auf dem Seitenständer und mit dem entsprechenden Schwung.

Gruß Jörg
Genau das sollte man bei den meisten Motorrädern nicht tun. Und bei der Honda schon gar nicht mit der (etwas dickeren) angeschweissten Beilagscheibe.
Die Befestigung des Seitenständers ist weder für das Motorrad plus Fahrergewicht ausgelegt, und schon gar nicht für die Belastung die auftritt wenn man die XL mit Schwung antritt.

Eine leichte Böschung, ein Bordstein oder irgendwas unter den linken Fuß und es geht schon viel leichter.
Manche machen auch den Fehler und treten mit Kolben vor OT an. Da braucht es tatsächlich statt Schwung Kraft.

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 21. März 2026, 07:52
von 39grad
Danke für die vielen Antworten.
Morgen habe ich Zeit und schau mir das mal genauer an.
Schönes Wochenende
Waldemar

Re: schwer zum antreten, wenn halb warm

Verfasst: 21. März 2026, 08:37
von Jörg
Hallo,
@ Jogi, soll ja nicht dir Regel sein.

Meine das auch so, wenn die Karre anspringen muss, zur Arbeit etc, und nicht wenn man mal fahren würde wenn se anspringt.
Steht der Seitenständer steil genug und die Aufnahme ist noch i.O., dann geht das bei mir schon seit 39 Jahren ohne Probleme. Aber egal.
Ich habe schon oft beobachtet, das einige XL Fahrer mit wenig Schwung ihr Mopped anklicken.
Ist auch kein Problem wenn es gut anspringt.
Tritt aber der Treadfall ein und es wird Ernst , dann muss man schon ordentlich treten.
Ich will sagen, das es schwierig ist zu beurteilen ob ein Mopped gut oder schlecht anspringt, wenn man nicht weiß wie derjenige, der das Problem hat, am kicken ist.

Gruß Jörg