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Wiseco-Kolben anbohren?

Verfasst: 19. Januar 2009, 21:21
von PeterB
Moin Gemeinde,

der Wiseco Kolben hat im Ggsatz zum ART-Kolben keine Bohrungen, die den Kolbenbolzen mit Öl versörgen könnten, siehe

http://www.250kb.de/u/090105/j/876456e1.jpg

Spricht was dagegen, diese Bohrungen nachträglich anzubringen? Material ist im Vergleich zum ART eh mehr vorhanden.

beste grüße
peterb

Verfasst: 20. Januar 2009, 06:19
von timundstruppi
mein wiseco-kolben, ich habe gerade nachgeschaut (liegt für den stammtisch parat), hat genau mittig eine bohrung

gruß tw

Verfasst: 20. Januar 2009, 21:51
von PeterB
Hi tw,

hab ja hier schon mal das ein oder andere verwechselt - und einen Hauptschulabschluss hätte ich auch gerne - , aber Bohrungen hab ich in meinem Kolben nicht finden können. Ich mach die jetzt da rein, weil der KOBO da ziemlich bläulich aussieht. Das Fehlen muß bei ca. 1 ltr Öl nicht fürs Blaue verantwortlich sein, könnte es aber, oder?

beste grüße

peterb

p.s. by the way. ich frag nochmal: Hat jemand eine TW 200 für mich?

Verfasst: 21. Januar 2009, 12:48
von der Geier
Mahlzeit!

Bohrung(en) werden aus Richtung KW üblicher weise 2Stück pro Kolbenauge parallel zum Hub, tangential zur Augenbohrung, mittig zum Auge angebracht.
Am Effektivsten sind aber 2 ovale Öltaschen im rechten Winkel zum Hub wobei die kleineren Radien natürlich die Kanten der Augenbohrung im Kolben leicht schneiden müssen. Die Öltaschen halten in meiner Duc einwandfrei.

Zum Öl: Wie waren die 4 Hauptaufgaben des Motoröls und was passiert wenn man keines drin hat? Für die richtige Antwort gips einen Gummipunkt!

Greetz, der Geier, Halbkreisingenieur, muß noch ne halbe Platte fegen :wink:

Verfasst: 21. Januar 2009, 20:51
von PeterB
Servus Herr Geier,

so, wie Du es im ersten Teil beschreibst, also mit den zwei Bohrungen, die tangential Taschen in die Augen zaubern, ist es beim ART-Kolben gelöst. Immerhin Taschen, wenn auch nicht DUCATI-like. Obwohl, die Schnitzer in den Nockenwellenlagern der frühen XL-Köpfe scheinen meiner kleinen Statistik nach auch bestens zu funktionieren.

Dieser Wiseco scheint da anders funktionieren zu wollen, wie mir durchs Svens Nachhilfe bläuet. Der Kolben hat nen kleinen Kanal von der Mitte des oberen Halbkreises des Kolbenbolzenauges zum Ölabstreifring. Zusätzlich ist diese Halbbohrung in axialer Richtung zu KOBO, die man braucht, um die Sicherungsklipse rauszunehmen um ca. 2 mm nach innen verlängert.

Zum Öl sag ich (fast) nix mehr. Unlegiertes Mehrbereichsöl könnte ich noch verkraften.

beste grüße
peter

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:05
von der Geier
Mahlzeit!

Ahja, raffiniert! Beim Abwärtshub bauen sich ganz ordenliche Drücke unterhalb vom Ölabstreifer auf, das kann schon gut funktionieren!

Bei meinen selbstgemachten Kolben sind die Wandquerschitte aber viel zu filigran, bzw in den falschen Positionen um so etwas zu realisieren. Ich hab die Ölableitungsbohrungen unter dem unteren Ring auf die Schmierstellen Pleul und Kobo ausgerichte, das reicht, scheint's.

Greetz, der Geier, an der Duc ohne Ölabstreiferring

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:13
von PeterB
Servus,

ja, dass der Druckaufbau da ordentlich sein muss, war auch mei erster Gedanke ... Wenn dann mal der Abstreifer nicht verkokt... Schöner wäre es sicher auch, wenn man diese Minibohrung im Auge zu ner kleinen Tasche erweitern könnte, wollte, sollte...

beste grüße
peterb

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:28
von der Geier
Mahlzeit!

Tutet er nicht, da er es ohne Kanal auch nicht tutet, ist ja seine Aufgabe dat Öl zu streifen. :wink:

Grundregel, vergäude keine existierende Lagerfläche, die Bohrung bringt das Öl, der Druck reicht zum verteilen selbst wenn er niedrig ist.

Greetz, der Geier, dröpje vor dröpje

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:29
von alttec
Hallo,

nach Sichtung eines originalen, Wiseco und Wössner Kolbens gibt es folgendes Ergebnis:

1. Original gibt es jeweils zwei Bohrungen die von "unten" in der Aufnahme des Kolbenbolzen angebracht sind. Diese ergeben an den Flanken "Öltaschen".

2. Beim Wiseco gibt es tatsächlich eine Bohrung, pro Seite. Diese Bohrung geht innerhalb der Kolbenbolzenaufnahme in den Sitz der Ölabstreifringe.

3. Der Wössner weisst keine Bohrung auf. Hat aber "Ölnäpfe" parallel zum Kolbenbolzen. (Das Kolbenhemd ist beschichtet).

Aber es stellt sich die Frage: Soll der Kolbenbolzen sich überhaupt im Kolben bewegen oder im Pleuelauge?

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:39
von timundstruppi
so vielleicht?

Bild

gruß tönnies

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:41
von der Geier
Mahlzeit!

@Erik: In Beiden. Wurde im Motorenbau immer wieder probiert, den Bolzen entweder im Kolben oder im Pleul zu fixieren, hat sich aber nicht bewährt, da die Reibung dann zu hoch war/ durch die Reibung die Lagerstellen zu heiß wurden.
Nicht vergessen: Während des Betriebs biegt sich der Bolzen ganz ordenlich durch und wird dadurch oval > wenn das über dem Lagerspiel ist, klemmts und er wird (wenn man Glück hat nur) blau.

Greetz, der Geier, Motorenbauer

Verfasst: 21. Januar 2009, 21:55
von alttec
Oder so,

Verfasst: 21. Januar 2009, 22:01
von timundstruppi
mein bolzen saß im kolben sehr fest. (Wiseco). da konte er sich bicht drehen...deswegen wohl auch der leicht angelaufene bolzen...

gruß tw

Verfasst: 21. Januar 2009, 22:03
von der Geier
Mahlzeit!

Hab ich schon erwähnt das ich Wiseco-"Fan" bin?

Die Umlaufende Nut ermöglicht dem Öl in der Nut rund herum zu fließen, sorgt aber auch für Druckabbau an der unter Druck stehenden Stelle (Prinzip Entwässerungskanal) > wie ich sagte, vergeude keine Lagerfläche.

Greetz, der Geier, Wahl is the master! :wink:

Verfasst: 21. Januar 2009, 22:15
von PeterB
Moin Gemeinde.

@ Herr Geier: Sieht so aus, als ob das zielführend ist, was man da im Motorenbau entwickelt. Hab mir das "Tragbild" des KOBO nochmal genauer angesehen: Der hat zwei blaue Ringe von ca. 1 mm Breite. Die liegen im inneren Bohrungsbereich der Augen, also vom Pleuel aus gesehen Richtung aussen im ersten mm des KOBO-Auges. Der Mini-Kanal hat offenbar für ausreichende Schmierung gesorgt, weils da wie neu ist. An den Enden ist der KOBO auch völlig unversehrt, die Vertiefung der Klipse-Bohrung scheint also auch zu taugen.
Der KOBO ist aus meinem Kipplöffelmotor, wohlgemerkt. Daher, Tim, scheint mir das zusätzliche Anbohren von unten überflüssig.
Vielleicht noch ne kleine Tasche in die KOBO-Bohrung von innen Richtung aussen und perfekt isses?

beste grüsse
peterb