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Nockenwelle - Diagramme

Verfasst: 3. November 2012, 19:33
von Kristian
Mich hat es schon immer interessiert, wie unser Liebling-Motor beatmet wird.

Die Steuerzeiten kann man nur bewerten, diskutieren und optimieren wenn man sie kennt. :)

Also habe ich mich daran gemacht, eine Messvorrichtung zu bauen und die Messungen zu fahren. Hier meine Ergebnisse:

Verfasst: 3. November 2012, 19:34
von Kristian
So sah die Messung in Aktion aus:

Verfasst: 3. November 2012, 19:36
von Kristian
Und hier die Ergebnisse:

Excel war mein Assistent...

Man sieht, dass die Tuning-NoWe die Ventilöffung beim Einlass nicht einmal 1/10 mm vergrößert, beim Auslass auch nur 2/10 mm. Was auch nicht sehr viel ist.

Dafür wird das Auslassventil gut 8 Grad länger aufgehalten und das Einlassventil fast 10 Grad früher geöffnet.

Die Diskussion ist eröffnet! :D

Verfasst: 3. November 2012, 19:48
von Kristian
Der Vollständigkeit halber hier nocheinmal die techn. Daten der Welle.

Danke CJ!
Und der Begriff Nockenhub ist in der Tabelle natürlich falsch...

Verfasst: 3. November 2012, 20:21
von Gunnar_HH
Schönes Ding, Kristian.

Gut gemacht :respekt:

Da hat es sich ja doch gelohnt, dass meine Welle so lange bei dir herum liegt. Aber was sagt mir das? Die Tuning-Welle lässt länger ausatmen und früher und intensiver Einatmen. OK
Gefahren und mit Popo-Meter vermessen: Hat die die normale Welle zwischen 3,5 und 4 tsd Touren mehr Druck. Die Tuning-Welle hingegen kommt ab 4,5 richtig hammermäßig und höhrt auch jenseits der 7 tsd einfach nicht auf. --> Alles Geschmacksache

Oder was sagen die Profis dazu.

Gruß Gunnar

Verfasst: 4. November 2012, 10:38
von timundstruppi
Hallo!
Ja, das ist typisches Saugertuning. Obenrum mehr Dampf durch mehr Ventilüberschneidung und längere Öffnungszeiten. Hub ist bei 0,1- 0,2 mm zu vernachlässigen.
Leider leidet der Leerlauf auch (gerade bei PKW wichtig).
Abgas interessiert hier aber wohl keinen

Ich mag lieber Dampf von unten als mit hoher Drehzahl wie bei einem 2T zufahren. Ist auch materialschonender und gut fürs Cruisen. Für Gelände und das Crossen dann die getunte NW.

Vielleicht hätte ich mir für die 99% ruhiges Fahren lieber einen Chopper holen sollen? :D
Gruß TW

Verfasst: 4. November 2012, 11:05
von der Geier
Mahlzeit!

Fein, fein! :top:

:schlaumeier:
Üblicherweise mißt man mit der Meßuhr aber am Ventilfederteller (bei Kipphebeln) oder am Tassenstößel
in der Flucht des Ventils, sonst führt das zu Übersetzungs- (bei Kipphebeln), Ventilspiel- und Winkelfehlern.
Die Steuerzeiten werden dann auch an der KW (wichtig: Intakter Steuertrieb/Kette,Spanner!) erfaßt > 720° !

Greetz, der Geier

Verfasst: 5. November 2012, 07:58
von hiha
Der Geier hat Recht. Die Messungen die Du gemacht hast, sind leider völlig wertlos, weil sie nicht die Ventilerhebungskurven zeigen, und eigentlich auch nichtmal die Nockenkurven, und auch nicht die Steuerzeiten, noch nicht mal die Unterschiede dazu, Denn dafür bräuchtest Du eine Messspitze mit einer definierten Form, die Deine Messuhr nicht wirklich hat, und die Position und Geometrie der Kipphebel zur Nockenwelle und zueinander. Und aus denen könntest Du dann theoretisch, mit relativ viel Aufwand und wenig Genauigkeit, die tatsächlichen Ventilerhebungskurven errechnen.
Wenn Deine Kipphebel von Aus- und Einlass nicht identische Maße haben, kannst Du die tatsächlichen E- und A- Kurven nichtmal miteinander vergleichen.

Also: Machs nochmal, aber gescheit:
Wickle Dir zwei weiche Ventilfedern aus 1,5-2mm Federdraht, oder lass die äußere Ventilfeder weg.
Bau das ganze Ventiltriebsklavier zusammen. Gradscheibe auf die Kurbelwelle, wenn Du die Steuerkette eingehängt hast. Ventilspiel auf null, oder leichte Vorspannung.
Messuhren auf die Ventilfederteller, und nochmal von vorn. Eine wesentlich größere Gradscheibe schadet auch nicht.
Ich hab das natürlich etwas komfortabler, mit großer Rasten-Gradscheibe,
dafür krieg ich auch schönere Bilder

Gruß
Hans

Verfasst: 5. November 2012, 12:49
von der Geier
hiha hat geschrieben:Der Geier hat Recht.


Bild

:D
hiha hat geschrieben:Ventilspiel auf null, oder leichte Vorspannung.

...Gruß
Hans
Im Ernst: Meist wird mit 1,00mm Spiel gemessen (um die für die Füllkurven uninteressante Ventilspiel-Überbrückungs- Ein/Auslaufphase auszugrenzen)
Sonst wird die reale Überschneidung auch stark übertrieben dargestellt!

Greetz, der Geier

Verfasst: 5. November 2012, 15:00
von hiha
Mit 1mm (oder 0,04", oder auch mal 0,5mm) Spiel werden die Steuerzeiten in den Datenblättern angegeben, mit auf null gestelltem Ventilspiel. Da gibts keine Norm, das macht jeder anders. Ich glaub die alten BMWs hatten 1,5mm.
Um eine komplette Ventilerhebungskurve zu kriegen, muss ich das Spiel natürlich mindestens auf null einstellen, sonst sind die Anlauframpen nicht mit drauf. Was dann allerdings als tatsächlicher Nutz- bzw Füllungshubwert anzuschauen ist, ist schwer zu sagen, und hängt auch vom Hubraum bzw. der Ventilanzahl ab.

Gruß
Hans

Verfasst: 5. November 2012, 15:15
von timundstruppi
Hallo Hans,
sehr interessante Ausfürhungen und plausibel. Allerdings dein erster Satz nicht. 1mm oder 0?

Im Bucheli ist Ventil öffnet/schließt bei x° um 1 mm! Ist das gemeint?
Ab 1mm definiert den Öffnung (Schließwinkel)?
Gemessen wird mit 0 Spiel.

Kristians Arbeit ist nicht umsonst, weil alles mit dem gleichen Verfahren gemessen hat und der Trend erkennbar ist.
Für mich als Motorenentwicklerlaie sagt es mir micht viel, ob 5, 7 oder 8°.
Irgendwie hatte ich eher den alten VAG-Tassenstößelmotor im Kopf, da wäre es so richtig.
Die Kipphebelrundung macht es dann ganz gemein....

Gruß TW

Verfasst: 5. November 2012, 15:37
von hiha
Also: Ich nehm die gesamte Ventilerhebungskurve auf,von null weg, mal sie auf Millimeterpapier, und schau, bei wieviel Grad 1mm Hub erreicht ist. Das ist dann bei mir (und z.B. Megacycle, Schrick und Anderen) die jeweilige Steuerzeit. Die japanischen Motorradhersteller sind NICHT unbedingt dieser Ansicht, und da das nicht genormt ist, kann man sich nicht drauf verlassen was diese Steuerzeiten in den Herstellerangaben überhaupt aussagen, wenns nicht explizit dabeisteht.

In Kristians Angaben ist ein Trend erkennbar, aber schon wenn er sagt, z.B. "öffnet 10° eher" ist das falsch, weils nicht mehr stimmt sobald ein Kipphebel dran hängt. Da der ja schwingt, und das Kipphebelübersetzungsverhältnis sich abhängig vom Berührpunkt an der Gleitfläche ständig ändert, kann Kristian bei solchen Aussagen keine gültigen Zahlenwerte angeben.

Gruß
Hans

Verfasst: 5. November 2012, 18:25
von volkerxl
:eek:

Verfasst: 5. November 2012, 18:57
von timundstruppi
Schwingen? Es bleit doch alles in Kontakt. Also kein Abheben. Oder meinst du die elastische peridische "Verformung" des Kipphebels. Kann der nicht als starr angesehen werden?
Stößelstangen aber eher nicht. Ist alles Halbwissen.. :oops:

Macht die Schwingung der Kette auch einen Effekt? Oder sind es nur Nachkommastellen im Gradbereich.

Gruß TW

Verfasst: 5. November 2012, 19:18
von omagott
Haben wir schonmal für die Megacycle, die Orginale, meine Whitebros Welle und die überarbeitete von Alltec gemacht. Mit 100tel Uhr auf dem Ventilteller und Summenintegral im Excel. Wo das hier im Forum vergraben ist weiss ich nicht aber da ist es.
Der Dominik war damals sogar Leidensfähig genug das ganze je Welle 3x zu machen. Zwecks mitteln...

Gruß,
die Oma